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 Teil 2 dieses Wortes ist abgeleitet vom Begriff Glauben. Genauer: vom Substantiv der Glaube oder Glaubensinhalt. Gemeint ist das, was jemand glaubt bzw. als seinen Glauben bezeichnet, bezeugt, bekennt.

 Außerdem muss für »rechtgläubig« und »Rechtgläubigkeit« ein weiterer Fakt fest im Blick sein: die Botschaft der Bibel. Ein Glaubensbekenntnis, dessen Aussagen die biblische Botschaft widerspiegeln, ist richtig oder recht (vgl. Begriffe wie Recht-schreibung oder recht-zeitig). In diesem Sinn kann und soll eine Kirche rechtgläubig sein - mit ihren Lehrerklärungen sowie mit ihrer Verkündigung (bis hin zu ihrer Praxis).

 Freilich:

Nur insofern ist diese Einschätzung möglich und nötig.

Mehr kann und soll sie nicht besagen.

 Die biblische Botschaft, die Kirchgemeinden verkündigen und praktizieren, wird zwar nicht leer zurückkommen. Aber ihre Wirkung ist kein Automatismus. Deshalb kann es dort neben den Rechtgläubigen auch Ungläubige bzw. Falschgläubige geben. Die erste Gemeinde in Jerusalem hatte Ananias und Saphira in ihrenReihen (Apg 5). Mit 6 der sieben Sendschreiben in Offenbarung 2 und 3 wendet sich Jesus über die „Engel“ (d.h. über die berufenen Prediger) an ganze Gemeinden, sehr nachdrücklich und ernst – weil da von Mitglied zu Mitglied viel Abfall zum Unglauben vorlag oder im Gang war. Und in den Briefen an Timotheus spricht der Apostel Paulus von einer kommenden Zeit, in der

sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.  2Tim 4,3 f.

 Bei diesen Worten hat der Apostel durchaus auch "kirchliche Leute" im Blick. Speziell innerhalb einer Gemeinde kommt ein Mensch mit der Wahrheit in Berührung und zum Ja dazu; für die Welt und in ihrem Bereich ist ganz anderes wichtig; sie will die biblische Botschaft allzu gern an den Rand verschieben, übergehen, ausblenden oder gar energisch verdrängen. Nach dem guten Anfang kann es aber - vom einzelnen verschuldet - zum bösen Ende kommen; "... Aber fünf waren töricht, und fünf waren klug", Mt 25,2.

 Die Voraussage in 2Tim 4 berührt sich mit weiteren wie:

Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird,

wird die Liebe in vielen erkalten.  Mt 24,12  vgl. 2Tim 3,1-5

Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut

- sie aßen, sie tranken, sie heiraten und ließen sich heiraten

bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging;

und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam

und raffte sie alle dahin -

so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns.

Mt 24,38 f.  vgl. Lk 18,8

 

 Schließlich gehört zur Erklärung des Begriffs rechtgläubige Kirche auch dies: Wo Unbiblisches die Lehrerklärung kennzeichnet bzw. Verkündigung und Praxis bestimmt, wird auch dies nicht ohne Folgen bleiben. Giftstoffhaltige Nahrung führt zu Vergiftungen. Sogar „ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig“, Gal 5,9. Wird in einer falschgläubigen Kirche jedoch jemand das Verkehrte für sich selbst nicht aufnehmen, sondern sich den Glauben und das Verhalten immer weiter von der biblischen Botschaft prägen lassen, dann gehört er wie alle seine Glaubensgeschwister zur einen heiligen christlichen oder apostolischen Kirche. Die Angehörigen dieses einen, letztlich nur Gott wirklich bekannten Volkes sind auch in Offb 7 gemeint:

Diese sind’s, die gekommen sind aus der großen Trübsal

und haben ihre Kleider gewaschen

und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes.

Darum sind sie vor dem Thron Gottes

und dienen ihm Tag und Nacht.

Kap. 7,14 f.