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 Der heutige Ökumene-Begriff passt nicht zum Vaterunser. Genauer gesagt: zur Rang- und Reihenfolge der sieben Bitten. Die ersten, die Jesus da nennt, sind gewiss die grundlegenden und deshalb wichtigsten. Für die Vergebung unserer Schuld

  • muss uns Gottes Name geheiligt werden,
  • kommt sein besonderer Einfluss, sein Reich zu uns
  • geschieht sein Wille bei uns, den Willen von Teufel, Welt und Fleisch zurückdrängend, die uns Schuld entweder als unvergebbar hinstellen oder als nicht wirklich schlimm klein- und wegreden.

 Dementsprechend geht es bei den beiden abschließenden Bitten um Bewahrung vor neuer Sünde und ums Freimachen von den Folgen der Sünde. Auch dafür ist die Heiligung des Namens Gottes uns gegenüber sowie das Kommen seiner geistlichen Herrschaft über uns und das Geschehen seines Willens bei uns grundlegend. -  Nimmt Gott durch sein Wort nicht Einfluss auf unser Herz, wollen wir nicht auf ihn hören, dann ist die Sünde für uns kein Thema, dann nehmen wir sie auf die leichte Schulter - bis wir fühlen mussen, wie der reiche Mann, von dem Jesus in Lk 16 so ernst spricht.

 

 Schließlich steht mitten Im Vaterunter die Bitte ums tägliche Brot, in besonderem Sinn: Gott möchte uns das, was er unserm Leben an Unterhalt und Rahmen gibt, nicht gedankenlos hinnehmen lassen, sondern als seine Gabe bewusst machen. Auch für diese Einsicht brauchen wir Gottes Wort in treuer Verkündigung, das Kommen seines Reiches und das Geschehen seines Willens an uns.

 

 Wofür steht aber in unserer Zeit der Begriff ökumenisch? Äußere Gemeinschaft wird damit bezeichnet und punktuelle gottesdienstliche Zusammenarbeit, zwischen Kirchen und Kirchmitgliedern, die von einander abweichende und sich widersprechende Lehrbekenntnisse haben. Beispiele dafür sind Fragen wie,

  • ob es außerhalb der sichtbaren Welt ein Fegefeuer gibt, von wo aus jemand schließlich noch in den Bereich der ewigen Seligkeit gelangen kann,
  • oder ob am Ende eine "Allversöhnung" steht, so dass niemand ewiges Verloren-Gehen fürchten muss,
  • ob es jetzt so wichtig ist, den Glauben an Jesus in einem ganz bestimmten Sinn zu bekommen und festzuhalten, Ihn mit Seinem Opfer für die Sünde der Welt ja nicht zu verleugnen,
  • ob Jesus das Altarsakrament als Vergegenwärtigung seines Opfers haben will, immer wieder dargebracht für Lebende und sogar zugunsten von Toten, wofür es kraft einer dem Priester verliehenen Amtsvollmacht zur Umwandlung von Brot in Christi Leib sowie des Weins in Christi Blut komme,
  • oder ob auch die noch den wahren Sinn des hl. Abendmahls verkennen, die lehren, dass zusammen mit Brot und Wein alle Teilnehmer Christi Leib und Blut empfangen.

 

 Alle Lehrunterschiede zwischen den Mitgliedskirchen der gegenwärtigen ökumenischen Bewegung - schonim Bereich der Rechtfertigungslehre -  werden

  • übergangen,
  • als nicht wirklich schwerwiegend eingestuft,
  • zumindest auf ein unbestimmtes Später vertagt..

 Welches Ökumene-Gremium arbeitet daran, dass im Kreis dieser Kirchen die unblblische Lehre schließlich doch zugegeben und abgestellt wird, dass da - wie es in der Erklärung zur 1. Bitte formuliert ist - das Wort Gottes "lauter und rein gelehrt wird"?

 

 Deshalb kann Gott an ökumenischer Zusammenarbeit und an entsprechenden Gebetsversammlungen keine Freude haben - so gut sie gemeint sind, etwa zum Thema Frieden. Alles Beten soll doch dem Mustergebet und dem Leben der Beter entsprechen - und das umso mehr, je mehr dem Einzelnen Jesus als der Erlöser, der Lehrer und die Autorität bewusst und lieb ist.

 

 Die Ökumene, die selbst  Lehrvielfalt im Blick auf die Rechtfertigung des Sünders als nicht wirklich ernst einstufen will und ausblendet, wird immer mehr zur Entheiligung des Namens Gottes.  Dazu wird jeder Christ mit der Erklärung zur 1. Bitte sagen:

"Davor behüte uns, lieber himmlischer Vater!" 

 

 Zum Brotkönig ließ sich Jesus nicht ausrufen, als eine große Menge nur deshalb für Tage bei ihm war, "weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat" (Joh 6,2). Ebenso kann das Gebet um Frieden für Stadt und Land nicht mit großen Hoffnungen verbunden werden, wenn die Versammelten nicht wirklich Interesse haben für seine Aussagen zum Frieden mit Gott (Rechtfertigung), wenn ihnen da Versöhnte Verschiedenheit und Einheit in der Vielfalt ebenso recht ist. Nicht das Beschränken auf solche Grundsätze meint Jesus mit dem Versammelt sein in seinem Namen (Mt 18,20) und bei seiner Bitte im hohepriesterlichen Gebet:

Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit ...

damit sie alle eins sind, so wie du, Vater, in mir und ich in dir;

dass auch sie in uns eins sind. 

Joh 17,17.21