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 Steht ein neues Unterrichtsfach auf dem Stundenplan, dann werden zunächst die Begriffe dieses Wissensgebietes zu behandeln sein, am besten anknüpfend an den Schülern schon Bekanntes. Die, die davon schon viel bei sich sehen, sollten trotzdem gut zuhören.


 Jedem ist immer schon einiges klar, was die Bibel in zehn Geboten darlegt. Werden diese Gebote als Gottes Gesetz bezeichnet, ist es nur noch einer kleiner Schritt zum Begriff gesetzlich. So darf aber nicht alles Erinnern an die Gottesgebote und ihre Bekräftigung durch biblische Aussagen eingestuft und getadelt werden. Prediger sind für ihre Zuhörer gerade damit eine Hilfe, dass sie Sünde so beim Namen nennen, wie sie aus Gottes Sicht schwer wiegt und an sich folgenreich ist. Der große Seelsorger will dann den Einzelnen nachdenklich machen, bekehren, mit Sehnsucht nach Vergebung beschenken, dafür die Augen öffnen und zu neuem inneren Frieden verhelfen.


 Abzuweisen und zu vermeiden ist Gesetzlichkeit nur in einem Sinn und Zusammenhang:

  • Wenn unser Leben nach den Geboten zur Rechtfertigung vor Gott führen soll;
  • wenn verkündet wird, der Mensch müsse sich durch Gehorsam oder gute Werke das Heil verdienen, sein Schuldkonto bei Gott selbst endgültig abtragen.

 In ganz anderem Sinn wird von Kritikern der WELS-Lehre gemahnt, im Blick auf Kirche und Amt die Unterscheidung zwischen göttlichem Recht und menschlichem Recht beizubehalten. Ihr Mahnen ist nur so positiv-gesetzlich, wie es alle Christen brauchen, um am Ende nicht zu denen zu gehören, deren Weg Jesus in Mt 7 so nachdrücklich warnend anspricht::

 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr,

haben wir nicht in deinen Namen geweissagt? Haben wir nicht

in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen:

Ich habe euch noch nie erkannt, weicht alle von mir, ihr Übeltäter! Mt 7,21-23

 

 

 Ähnliches bleibt zu sagen zum Begriff christliche Freiheit. Je länger jemand Schüler des Wortes Gottes ist und aufnimmt, was es nahebringt, wird klar werden,

  • dass davon zu reden - tatsächlich - sehr eng und ausschließlich zur Rechtfertigungslehre gehört
  • dass es nicht sachgemäß ist, diesen Begriff großzügiger anzuwenden.

 Durch den Glauben an Jesus als den stellvertretend Gehorsamen und damit Erlösenden wird das Gewissen christlich frei. Das heißt:

Ich darf trotz der zu meinem Leben gehörenden Sünde gewiss sein, dass Gott mir gegenüber versöhnt ist, mich wohlwollend durch Leben leitet und mich in der Stunde meines Todes unmittelbar zu sich, ins Paradies, holen wird.

In diesem Sinn heißt:

 „Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit, 2Kor 3,17,
und: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest

und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“, Gal 5,1.

Jesus selbst meint ausschließlich das Froh-Werden von Herz und Gewissen durch den Glauben, sofern er betont:

„Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig

meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen,

und die Wahrheit wird euch frei machen“, Joh 8,31 f.

 Überlesen darf in diesen Worten aber niemand, dass Jesus für die geistliche, gewissensmäßige Befreiung vom Sich-Binden an sein Wort spricht. Diese Bindung wird Gläubigen erhalten, was sie haben dürfen (wobei die geistlich frohmachende Bindung ans Wort Christi das Bleiben in der Apostellehre einschließt).

  Damit bzw. von daher kommt es zum Einspruch gegen die WELS-Lehre im Blick auf Kirche und Amt. Der Versuch, diesen Einspruch mit dem Hinweis auf die christliche Freiheit zu entkräften, passt nur zu Schülern in der ersten Stunde mit neuem Unterrichtsstoff.

 Niemand darf etwas als Lehre des Wortes Gottes hinstellen, was gar nicht biblische Aussage ist, und sich dafür - dies rechtfertigend und verteidigend - auf die christliche Freiheit berufen.