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Sterben - tot in Sünden

 Das besondere Gebot, das Adam und Eva im Paradies bekam, ist mit ein paar Worten mehr verbunden. Einerseits mit einer Begründung, andererseits mit einer Voraussage und Drohung:

… denn an dem Tag, da du von ihm (dem Baum der Erkenntnis

des Guten und Bösen) isst, musst du des Todes sterben. 1Mose 2,17b.

 So viel ging in Erfüllung, als der Ungehorsam passierte, ohne dass Gott sein »an dem Tag musst du sterben« nachträglich änderte – in: »von dem Tag an wirst du sterben«.

 

 Die Hl. Schrift berichtet, dass Gott dann auch Eva zur Rede stellte, und dass sie ausweichend und sich entschuldigend antwortete: „Die Schlange betrog mich, sodass ich aß“, Kap. 3,13. Zuerst aber wurde Adam angesprochen. Er machte seinem Schöpfer vor allem einen Vorwurf:

Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum

und ich aß, V. 12.

 Außerdem bezeugt die biblische Aussage für beide ein schlechtes Gewissen und ziemliche Oberflächlichkeit. Adam und Eva spürten, dass ihr Verhältnis zu ihrem Schöpfer nun getrübt war, meinten aber, sich vor ihm verstecken zu können unter Bäumen.

 

 Mit diesen Einzelheiten beschreibt die Bibel den Tod oder Todeszustand, den Gott vor dem Sündenfall ankündigte und androhte. Ihrem Leib nach lebten die Menschheitseltern weiter. Aber gewissensmäßig waren sie gestorben. Der Apostel Paulus hat dafür die Rede von »tot durch Übertretungen und Sünden« bzw. »tot in Sünden«, Eph 2,1.5 [sofern da ein Dativ der Beziehung steht, könnte auch übersetzt werden: tot für die Sünde, oder: hinsichtlich der Sünde, im Blick auf die Sünde].

 

 Dieser Todeszustand äußert sich bei allen natürlich Geborenen als Kleinreden und Leugnen eigener Schuld sowie als Neigung, das auszublenden, was die Bibel als Folgen der Sünde nennt. Der Unwiedergeborene ist vor allem in dieser Hinsicht ungläubig. Selbst wenn er versucht, die ihm bewusste Schuld durch Gutes-Tun abzutragen, kann er beim Gedanken an Gott nicht froh und frei sein. Erst recht unter Lebensnöten muss das Gewissen aufwachen, bohren, anklagen, das belastete Verhältnis zu Gott in Erinnerung bringen sowie die Ahnung schüren, dass am Ende alles noch viel schlimmer kommt, und zwar ganz zurecht. Dieser Todeszustand ist wie das Im-Sumpf-Stecken, aus dem sich selbst niemand retten kann.