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Kirchengeschichte

 

 Kirchengeschichtlich gehört unsere Gemeinde in den Bereich der lutherischen Freikirchen, die sich von 1830 an in mehreren deutschen Ländern zusammenfanden und eigenständig waren neben den Staatskirchen und neben der römisch-katholischen Kirche. Der erste in diesem Sinn freie Kirchenkörper entstand in Preußen, die später so genannten Altlutheraner. Sie wollten für ihre Feier des heiligen Abendmahls nicht die Agende, die ihr König in unionistischem Geist für alle evangelischen Gemeinden seines Landes herausgab, und die bewusst so formuliert war, dass sie die reformierte Lehre vom Sakrament nicht ausschloss und die biblisch-lutherische Lehre nicht ausdrücklich aussprach. Diese, die verschiedenen Bekenntnisse vermengende und den Glauben verwirrende Ökumene galt allgemein als Fortschritt. Zur freikirchlichen, bekenntnisbewussten Antwort kam es allerdings mehr nur örtlich und regional und aufs Ganze gesehen leider nicht durchgängig einmütig.

 

 Die Bemühungen darum führten jedoch ein Mal zu einem großen Erfolg. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Altlutheraner und die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK, gegründet 1876 in Dresden als Verband von Gemeinden in Sachsen, dem sich im Lauf der Zeit deutschlandweit weitere Gemeinden anschlossen) die so genannten Einigungssätze erarbeiten. Sie dokumentieren die einvernehmliche Klärung aller Fragen, die bis dahin der kirchlichen Gemeinschaft im Wege standen. 

 

 Doch diese Einmütigkeit verlor sich in die nächste Generation hinein, nicht zuletzt verursacht durch die Teilung Deutschlands. Im Westteil entschloss man sich trotzdem, eine gemeinsame Kirche zu bilden: Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), gegründet 1972 aus 4 lutherischen Freikirchen. Sie öffnet sich inzwischen deutlich erkennbar teils dem Geist der evangelischen Landeskirchen, teils aber auch dem der römisch-katholischen. Demgegenüber kam es 1984 im Ostteil durch die ELFK zur Aufhebung der Kirchengemeinschaft mit der Altlutherischen Kirche.

 

 Nach der staatllichen Wende von 1989 nahmen diese beiden Zweige des freikirchlichen Luthertums weitere Impulse auf. Die letzten altlutherischen Gemeinden, aber auch Teile von Gemeinden der ELFK schlossen sich der SELK und ihrem Kurs an. Die ELFK ließ sich dagegen dazu bringen, als ihre Lehre von Kirche und Amt ausdrücklich anzuerkennen, was dafür innerhalb der US-amerikanischen Wisconsin-Synode (WELS) entstand. Drei Pastoren trugen die Lehrerklärung der außerordentlichen ELFK-Synode im September 2001 jedoch nicht mit. Sie stehen jetzt im Dienst von selbständigen, freien Gemeinden, deren Glieder größtenteils aus der ELFK stammen und die ihre Pastoren weiter als ihre Hirten anerkennen. Es sind dies neben der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Teltow-Fläming die Gemeinden in Steeden und Nerchau. Vgl. das Untermenü Partner.