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Kirchengeschichte

 

 Kirchengeschichtlich gehört unsere Gemeinde in den Bereich der lutherischen Freikirchen, die sich von 1830 an in mehreren deutschen Ländern zusammenfanden und eigenständig waren neben den Staatskirchen und neben der römisch-katholischen Kirche. Der erste in diesem Sinn freie Kirchenkörper entstand in Preußen, der später den Namen Evangelisch-Lutherische Kirche Altpreußens trug (auch unter der Kurzbezeichnung "Altlutheraner" bekannt wurde). Die preußischen Lutheraner wollten für ihre Feier des heiligen Abendmahls nicht die Agende, die ihr König in unionistischem Geist für alle evangelischen Gemeinden seines Landes herausgab, und die bewusst so formuliert war, dass sie die reformierte Lehre vom Sakrament nicht ausschloss und die biblisch-lutherische Lehre nicht ausdrücklich aussprach. Diese, durch die Kirchenagende veranlasste und die verschiedenen Bekenntnisse vermengende Union wurde allgemein als Fortschritt begrüßt und führte in vielen Landeskirchen zu Veränderungen.

 

 Hier und da kam es jedoch auch zur bekenntnisbewussten Antwort. Ehemalige Mitglieder der lutherischen Landeskirche, zum Teil sogar Pastoren, versammelten sich in "separierten" Gemeinden. Daraus wurde im August 1876 die "Synode der Evangelisch-Lutherischen Freikirche in Sachsen". Bald gehörten zu diesem Kirchenköprer auch Gemeinden in anderen Regionen, insbesondere im nordwestlichen Teil Deutschlands. Unter dem Namen "Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK)" hat er seinen Schwerpunkt inzwischen wieder im sächsischen Raum.

 

 In den Reihen des freikirchlichen Luthertums musste man sich jedoch mit gewissen Differenzen abfinden. Bemühungen, sie zu überwinden, führten erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem gewissen Erfolg. Im Jahr 1947 konnten die Evangelisch-Lutherische Freikirche (in Sachsen und anderen Staaten) und die Evangelisch-Lutherische Kirche Altpreußens mit ihren EINIGUNGSSÄTZEN ihre volle Einigkeit im Glauben und in der Lehre erklären. Die Aufrichtung der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft führte zur Kirchengemeinschaft in in beiden Teilen Deutschlands. Im Westen vollzogen diese Kirchen und weitere kleinere lutherische Kirchenkörper eine Fusion; sie gründeten die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). Im Osten kam es jedoch 1984 zur Suspendierung der Kirchengemeinschaft, ausgelöst durch einen Streit in Lehrfragen zur Bedeutung der Person Jesu.

 

 Nach der staatllichen Wende von 1989 nahmen die beiden Zweige des freikirchlichen Luthertums im Osten weitere Impulse auf. Die "altlutherischen" Gemeinden und Teile von Gemeinden der ELFK schlossen sich der SELK und ihrem Kurs an. Andererseits erklärte die ELFK ihre Lehre von Kirche und Amt ausdrücklich in dem Verständnis, das innerhalb der Wisconsin-Synode (WELS) in den USA gilt. Eine entsprechender Synodalbeschluss im Jahr 2001 wurde von drei Pastoren nicht mitgetragen. Sie blieben im Dienst von selbständigen freien Gemeinden, deren Glieder weitgehend aus der ELFK stammen. Neben der Evangelisch-Lutherischen Gemeinden Teltow-Fläming sind dies die Gemeinden in Steeden und Nerchau. Vgl. das Untermenü Partner.