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Kirchengeschichte
Kirchengeschichtlich gehört unsere Gemeinde in den Bereich der lutherischen Freikirchen, die sich von 1840 an in mehreren der deutschen Länder bildeten und eigenständig waren neben den Staatskirchen und neben der römisch-katholischen. Die erste in diesem Sinn freie Kirche bildete sich in Preußen, die später so genannten Altlutheraner. Sie wollten für ihre Feier des heiligen Abendmahls nicht die Agende, die ihr König in unionistischer Absicht für alle Gemeinden seines Landes herausgab, bewusst so formuliert, dass sie die reformierte Lehre vom Sakrament nicht ausschloss und die biblisch-lutherische Lehre nicht hervorhob. Diese, die verschiedenen Bekenntnisse vermengende und den Glauben verwirrende Ökumene galt allgemein als Fortschritt. Zur freikirchlichen, bekenntnisbewussten Antwort kam es allerdings mehr nur örtlich und regional und aufs Ganze gesehen leider nicht durchgängig einmütig.
Die Bemühungen darum führten jedoch ein Mal zu einem großen Erfolg. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg konnten die Altlutheraner und die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK, gegründet 1876 in Dresden als Verband von Gemeinden in Sachsen, dem sich im Lauf der Zeit deutschlandweit weitere Gemeinden anschlossen) die so genannten Einigungssätze erarbeiten. Sie dokumentieren die einvernehmliche Klärung aller Fragen, die bis dahin der kirchlichen Gemeinschaft im Wege standen.
Doch diese Einmütigkeit verlor sich in die nächste Generation hinein, nicht zuletzt verursacht durch die Teilung Deutschlands. Im Westteil entschloss man sich trotzdem, eine gemeinsame Kirche zu bilden: Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), gegründet 1972 aus 4 lutherischen Freikirchen. Sie öffnet sich inzwischen deutlich erkennbar teils dem Geist der Landeskirchen, teils aber auch dem Geist der Römisch-Katholischen Kirche. Demgegenüber kam es 1984 im Ostteil durch die ELFK zur Aufhebung der Kirchengemeinschaft mit der altlutherischen Kirche.
Nach der politischen Wende von 1989 nahmen diese beiden Zweige des freikirchlichen Luthertums weitere Impulse auf. Die letzten altlutherischen Gemeinden, aber auch einzelne Teile von Gemeinden der ELFK schlossen sich der SELK und ihrem Kurs an. Die ELFK ließ sich dagegen dazu bringen, als ihre Lehre von Kirche und Amt ausdrücklich anzuerkennen, was dafür innerhalb der US-amerikanischen Wisconsin-Synode (WELS) entstand. Drei Pastoren trugen die Lehrerklärung der ELFK-Synode im September 2001 jedoch nicht mit. Sie stehen jetzt im Dienst von selbständigen Gemeinden, deren Glieder größtenteils aus der ELFK stammen und die 3 von der ELFK ausgeschiedenen Pastoren weiter als ihre Hirten anerkennen.
Geschichtlich gesehen ist dies der Weg zu unserer Gemeinde in Jüterbog sowie zu einer Gemeinde, die in Annaberg-Buchholz und in Bahren (bei Grimma) Gottesdienst hält, und zu einer weiteren, die sich im sächsischen Hartenstein, in Steeden an der Lahn und im elsässischen Woerth versammelt.
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