Luthers Lehre - unser Bekenntnis

Die Bewegung zur Zeit Luthers hat eine sehr passende Bezeichnung erhalten: Reformation. Ihr Anliegen war die Rückkehr ("Re-") zum Vorgegebenem ("-form"). Die Lehre und Praxis der verfassten Kirche sollte überdacht und erneuert werden, damit sie wieder der Botschaft entspricht, die Gott durch die biblischen Bücher offenbart, um recht viele zu befreien von den ewigen Folgen der Sünde. Alles Erweitern der Glaubenslehre in Form von vermeintlichen zusätzlichen Offenbarungen, in Form von päpstlichen Erklärungen, durch Beschlüsse kirchlicher Versammlungen oder durch theologische Lehrer, aber auch alles Zurückstufen von Aussagen der Hl. Schrift, die Menschen nach ihrer Vernunft für überholt erklären oder als unmöglich empfinden, blockiert und verdrängt das Verständnis für die biblische Wahrheit.

Für viele Vorgänge und Äußerungen während des Reformationszeitalters existieren reichhaltige Quellen. Die Schriften, die Luther selbst drucken ließ, sowie ein guter Teil seiner Vorlesungen, Predigten und Briefe wurden zu Werkausgaben zusammengestellt und in größeren Auflagen veröffentlicht. Sie zeigen weiterhin, wie sehr der Reformator im Dienst der biblischen Botschaft stand. Zu seiner Zeit konnte dies auch mit Worten geschehen, die inzwischen als derb empfunden werden und sogar stark befremden. Das gilt insbesondere für einzelne seiner Äußerungen im Blick auf die Juden und während des Bauernkrieges. Dafür sind Stimmungen und Erfahrungen maßgebend, die nachzuvollziehen heute einiges erfordert.

Luthers Lehre ist unser Bekenntnis. Wir wollen Luther weder vergöttern noch für ihn haftbar gemacht werden. Vielmehr wollen wir wie er an das gebunden sein, was offensichtlich die Lehre der Heiligen Schrift ist. Sie zeigt:

  • den ewigen Gott, der vor etwa 6000 Jahren die Welt schuf, wobei er es sechsmal Abend und Morgen werden ließ
  • wie sehr alle natürlichen Nachkommen des ersten Elternpaares Sünder sind und hinter der Norm der Gebote Gottes zurückbleiben, selbst wenn sie sich sehr entschieden mühen, ihr gerecht zu werden
  • wie Gottes Zorn über die Sünde jedoch gestillt ist durch Jesus von Nazareth, die zweiter Person der Heiligen Dreieinigkeit, der als Sohn der Jungfrau Maria dem Willen Gottes ein menschliches Leben lang treu blieb
  • wie seine vollkommene Gerechtigkeit allen angerechnet wird, die in diesem Sinn an ihn glauben
  • wie Gott alle seine Gläubigen als freundlich gestimmter Vater durchs Leben geleitet
  • wie sie, wenn ihr Leben in dieser Welt nach seinem Willen zu Ende geht, zurückkommen in die unmittelbare und endgültig ungetrübte Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer
  • wie der Teufel ebenso Realität ist
  • wie alle die für ewig an den Teufel und die Hölle als seinen Bereich gebunden sind, die sich im Unglauben gegenüber der Botschaft von Jesus Christus und im Ungehorsam gegenüber Gottes Willen verhärten
  • wie Gott jeden persönlich durch den Umgang mit seinem Wort zu sich ziehen will
  • wie er den andauernden Glauben allen Empfängern des Sakraments der Taufe schenken und durch das heilige Abendmahl stärken möchte
  • wie das Leben nach Gottes Geboten eine Folge des rechtfertigenden Glaubens ist und ihm dient
  • wie dieser Gehorsam aber bei Gott nicht zu Verdiensten führt und deshalb nicht in diesem Sinn gelehrt und geglaubt werden darf
  • wie Gottes Gnade im Zusammenhang mit der Rechtfertigung nicht die Gnadengabe ist, mit deren Hilfe der Einzelne zu Gutem fähig wird, sondern ausschließlich Gottes Gunst, nach der er dem Menschen freundlich gesonnen ist und ihm durch den Glauben Anteil gibt an der durch Jesus Christus verdienten Vergebung.